Dortmund

Jugendforum Dortmund

umgedacht: Jugendpolitik mal anders

„Wir wollen ordentlich auf den Putz hauen“ lautet die deutliche Ansage in Dortmund. Hier soll nicht nur geschwafelt werden, klare Fakten müssen her. Was gefällt den Jugendlichen an ihrer Stadt, was nicht? Was bewegt die Youngstars – wie sie hier genannt werden -  zwischen Nordstadt und BVB? Diese Fragen galt es auf dem Kongress des Jugendrings Dortmund, der im Museum für Kunst und Kulturgeschichte stattfand, zu beantworten.

Trotz ernster Themen wie Rechtsextremismus und Inklusion soll der Abend keine dieser „epischen Veranstaltungen werden, auf denen große Reden geschwungen werden.“ So beschreibt Organisator Dirk Geiseler, Leiter der Jugendbotschaft Dortmund, sein Vorhaben.

Der erste Ansatzpunkt seiner Verjüngungskur: Größen aus der Politik dürfen gern kommen und mitmischen, die üblichen langatmigen Grußworte müssen aber zuhause bleiben. „Wir wollen keine prestigeträchtigen Auftritte, bei uns stehen die Jugendlichen im Vordergrund“, so Geiseler.

Für mehr Elektroautos und Streetart

Der Ansatz wirkt. Statt staubigen Reden zu lauschen, lernen sich die jungen Leute erst mal bei Pizza und O-Saft kennen. Die Themen der Workshops können sie sich dann selbst erarbeiten. Zwischen den Ritterrüstungen und Skulpturen der Museumsausstellung sind große Pappständer aufgebaut. Sie locken mit Spielen wie „Ich packe meinen Koffer mit fair-gehandelten Lebensmitteln“ oder „Stadt, Land, Fluss – mit meinen Lieblingsorten“. Anschließend geht es in die Gruppendiskussionen. Das Ziel: Passend zum jeweiligen Thema konkrete Forderungen an die Politik aufstellen.

In den Diskussionsrunden geht es ganz unterschiedlich heiß her. Während sich die Gruppe rund ums Thema „Ausbildung, Bildung, Studium“ ganz zahm über verschiedene Anstellungsmöglichkeiten austauscht, geht es beim Workshop „Kritischer Konsum“ schon ans Eingemachte. Ob Wegwerfgesellschaft oder Fehlende Warenkennzeichnung, die Jugendlichen prangern so manchen Mangel an. Was sie sich von der Politik wünschen? „Geht mit gutem Beispiel voran: Elektroautos als Dienstfahrzeuge, zum Beispiel“.

Auch im Inklusions-Workshop wird viel diskutiert. „Besonders gut fand ich, dass eine Teilnehmerin dabei war, die selbst eine Behinderung hatte. Wenn sie sagt, dass man nicht behindert geboren wird, sondern die Gesellschaft einen dazu macht, klingt das nicht nur wie ein leerer Spruch“, findet Teilnehmerin Vanessa.

Im Stadtplanungs-Workshop wird es dann ganz konkret. Die Jugendlichen sind sich einig, sie wollen mehr Möglichkeiten, Dortmund mitzugestalten und zu erleben. Mehr freie Plätze für Sport und Freizeitaktivitäten aber auch die Gelegenheit, Streetart wie Graffiti und Co. legal auszuüben, das fänden sie toll. Außerdem soll es eine Online-Plattform geben, auf der sich Jugendliche über die Freizeitmöglichkeiten informieren und auf der sie aktiv mithelfen können, die Stadt besser zu machen.

Jetzt heißt es für die Dortmunder Jugendlichen abwarten bis zum großen Kongress der Initiative umdenken – jungdenken! im Januar 2014, auf dem sie ihre Ideen präsentieren wollen.

Video:

Stimmen:

„Ich fand meinen Workshop toll. Jetzt weiß ich besser, wie ich an meine Zukunft in Sachen Ausbildung und Schule rangehen soll. Außerdem konnte jeder offen seine Meinung sagen, das hat mir gefallen.“
Kira (18)

"Es war eine sehr informative Veranstaltung, bei der ich nette Leute kennengelernt habe. Ich kann auch viel für die Zukunft mitnehmen. Es gibt zum Glück noch viele andere Menschen, die auch so denken wie ich. Jungdenken hat Zukunft."
Jonas (24)

„Besonders hat mir gefallen, dass die Landtagsabgeordnete da war. Da hab ich gemerkt, wir werden wirklich gehört.“
Vanessa (19)

 „Mein Workshop „Kritischer Konsum“ war richtig gut. Ich bin zwar schon Vegetarier, aber einige Sachen waren mir auch neu. Besonders gut finde ich, dass der Workshop so auf Dortmund bezogen war.“
Jason-Lee (13)

Impressionen:

Aus Dortmund berichteten:
Judith Merkelt (Text & Fotos) und Vanessa Weber (Video)

Nützliche Links zum Thema:

TERMIN JUGENDFORUM

24. Juni 2013
16:30 Uhr

ORT

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastr. 3
44135 Dortmund

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Veranstalter

Jugendring Dortmund
Friedhof 6 – 8
44135 Dortmund
Tel.: 0231 524073

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